Monitor als Tor

Monitor Monitor pixabay

Nicht immer sind diejenigen, die wie die Esel vor dem Tore sitzen, die größten Tore.

 

Egal, ob man nun vor seinem stationären PC sitzt, vor einem Tablet, Laptop, einer Spielkonsole oder einem sonstigen Endgerät - man kann sich kaum vorstellen, keinen Bildschirm zu Verfügung zu haben.

Unsere lieben Monitore

Ja, sie sind für uns zu einem Auge in die Welt geworden, zu einem Auge, das vielleicht schon sogar ein bißchen zu viel zeigt als zu wenig. Manchmal sind wir mit dem Gezeigten, mit dem Geschauten einigermaßen zufrieden, manchmal dagegen hoffnungslos überladen und überfordert. Der Monitor als solcher macht da das Kraut auch nicht mehr fett. Er ist ja nur ein Medium, ein Hilfsmittel, ein mehr oder weniger stummer, aber sicherlich nicht vernunftbegabter Begleiter des Menschen. Er kann uns die Arbeit erleichtern, er kann uns eventuell das Vergnügen vergrößern - aber er wird mit Sicherheit nicht in der Lage und willens sein, uns auch nur die allerkleinste Entscheidung abzunehmen, von den großen strategischen Entscheidungen einmal ganz zu schweigen. Vielleicht kommt es uns so vor, daß wir hier einen Besen mit unseren Zaubersprüchen zum Leben erweckt haben, dem wir nun nach Belieben Befehle erteilen können.

Sind manchmal leider

Eines Tages muß dann aber endlich doch die Ernüchterung eintreten. Bunte Bilder flimmern vor unseren Augen hin und her, wir sind weder der Geschwindigkeit noch der Fülle der Farben, Formen und Motive gewachsen. Am Rande gesagt: Wer möchte denn eigentlich - Hand auf's Herz! - so richtig ehrlich eine Kosten-Nutzen-Analyse durchführen? Hat man nicht schon bei dem Gedanken an solch Unterfangen ein flaues Gefühl in der Magengegend? Hat man nicht vielleicht schon - ach! - so einiges unternommen, um seine inneren Stimmen, die warnenden, die um Aufmerksamkeit heischenden, die Hinweise geben wollenden, mit lautstarken Lärmtiraden zu übertönen, die zart sich abzeichnenden Konturen mit kühnen Strichen des dicken Malerpinsels zu übertünchen? Man will es gar nicht so gerne wahrhaben, daß man hier von einer tumben seelenlosen Maschine über den Tisch gezogen wird. Oder, was womöglich eine noch unangenehmere Vorstellung wäre: von intelligenten Leuten, die hinter den Kulissen agieren, die die Geräte in die Welt setzen und nach ihren Gutdünken steuern.

Eigentore

Aber naja. Tiere und Pflanzen sind nicht gerade bekannt dafür, sich auf irgendwelche kunstvoll verdrehten und chiffrierten Weisen Eigentore zu schießen, oder? Das wird wohl eine Domäne des überschlauen Menschen bleiben.

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